Microsoft Windows Server 2016 (Standard/ Datacenter-Edition) – richtig lizensiert!

Die Lizenzierung des am häufigsten anzutreffenden Serverbetriebssystems Microsoft Windows Server gestaltet sich als relativ komplexes Thema. Mit der Einführung der neuen Version Windows Server 2016 hat Microsoft auch wieder etwas an der Lizensierungsmetrik geändert, weshalb wir hier gern eine kleine Einführung in die Materie bieten wollen.

  1. Lizensierung der Serverkomponente

Prinzipiell muss für eine ordentliche Lizensierung nun als erster Schritt immer die ausführende Hardware hinsichtlich der verbauten CPUs betrachtet werden. Hier ist insbesondere die Anzahl der physikalischen CPUs sowie die Anzahl der CPU-Kerne näher zu betrachten.

Dies gilt sowohl für virtualisierte Umgebungen als auch für Serverumgebungen wo keine Virtualisierung eingesetzt wird und das Betriebssystem direkt auf der Serverhardware installiert ist.

Grundsätzlich hilft die Anwendung der nachfolgenden 4 Regeln bei der Ermittlung des Lizenzbedarfs:

  1. Jeder physische Prozessor wird mit mindestens acht Kernen gewertet. Sollte ein Prozessor weniger Kerne haben, wird dies nicht weiter berücksichtigt!
  2. Jeder physische Server wird mit mindestens 16 Kernen gewertet. Es werden somit 2 physikalische Prozessoren mit je 8 Kerne standardmäßig angenommen!
  3. Alle physischen und aktiven Kerne im Server müssen unter Berücksichtigung der Regeln 1 und 2 lizenziert werden, damit ein Standard Server zwei und ein Datacenter Server unlimitierte VM-Rechte besitzt.
  4. Um mit der Standard Edition zwei weitere VM-Rechte zu erhalten, müssen alle physischen aktiven Kerne erneut lizenziert werden.

Zu beachten ist hier ebenfalls, dass diese Lizensierung in virtualisierten Umgebungen für jeden ausführenden Server-Host erfolgen muss, wenn die Möglichkeit besteht, dass virtuelle Serverinstanzen zwischen verschiedenen Server-Hosts verschoben werden können.

Beispiel:

In der nachfolgenden Grafik ist ein kleines Virtualisierungs-Szenario zu sehen.

Jeder der beiden Server beherbergt 2 VMs und wäre in dieser Darstellung mit jeweils 16 lizensierten Kernen korrekt lizensiert, da bei der Standard-Edition 2 VM-Laufrechte inkludiert sind.

Sollte jedoch zu Wartungszwecken etc. die virtuellen Instanzen so verschoben werden, dass pro Host mehr als 2 VMs ausgeführt werden, liegt eine Unterlizensierung vor.

Es empfiehlt sich daher, Virtualisierungs-Szenarien auch hinsichtlich der Lizensierung gut und vorausschauend zu planen und ggf. bei größeren Virtualisierungsumgebungen die Lizensierung auf eine Datacenter-Edition auszulegen in der eine unlimitierte Anzahl an VM-Laufrechten inkludiert ist.

Im Volumenlizenzbereich deckte anfänglich eine Lizenz des Windows-Server 2016 Std i.d.R. immer jeweils 2 Prozessorkerne ab. Zwischenzeitlich hat Microsoft hier eine kleine Erleichterung geschaffen und eine entsprechende 16 Kern-Lizenz eingeführt. Diese gibt es sowohl für den OEM- als auch den Volumenlizenzbereich.

Wenn gem. der Berechnung mehr als 16 Kerne lizensiert werden müssen kann auf entsprechende Addon-Lizenzen zurückgegriffen werden. Diese beinhalten bei Volumenlizenen jeweils 2 zusätzliche Kerne und im OEM Bereich wahlweise jeweils 2, 4 oder 16 zusätzliche Kerne.

Die nachfolgende Grafik macht die Ermittlung der benötigten Lizenzmenge etwas deutlicher:

 

  1. Lizensierung mit Zugriffslizenzen

Neben der unter Abschnitt A beschriebenen Lizensierung der Serverkomponenten werden noch entsprechende Zugriffslizenzen (Client Access License= CAL) benötigt.

Zu unterscheiden ist hier die Lizensierung in den Metriken per User oder per Gerät. Eine Mischung der Lizenzen ist nicht möglich. Es gilt daher auch an diesen Punkt im Rahmen einer Planung zu ermitteln, welche Metrik für das Unternehmen am geeignetsten ist.

Lizensierung per User

Bei User-CALs werden Lizenzen je nach Anzahl der registrierten Nutzer auf dem System erworben. Dabei ist es nicht von Bedeutung von wie vielen Geräten der Nutzer auf den Server zugreift.

Diese Variante ist besonders für Nutzer geeignet, die mit vielen Geräten arbeiten, wie z.B. Laptop, Tablet und Smartphone. Eine User-Cals ist in der Anschaffung jedoch im Vergleich zur Geräte-CAL etwas kostspieliger.

Lizensierung per Geräte

Geräte-CALs werden nach der Anzahl der zugreifenden Geräte lizensiert. Ein gängiges Beispiel sind hierbei immer 2 Nutzer die sich einen Arbeitsplatz teilen, z.B. im Schichtbetrieb.

Hierbei ist jedoch auch immer zu beachten, dass in Unternehmen sich auch mit der Zeit die Arbeitsprozesse ändern und Themen wie Home-Office, BYOD oder der Mailabruf von mobilen Geräten aktuell werden können.

Eine gerätebasierte Lizensierung kann hier schnell in einer Unterlizensierung enden.

Unter https://www.windows-server-kompetenz-club.de/de/lizenzkonfigurator finden Sie einen Lizenzkonfigurator und nützliche Hinweise zur Lizensierung.