Die vier häufigsten WLAN-Probleme und wie man sie vermeidet

WLAN ist heute fast allgegenwärtig und viele Hersteller suggerieren, dass der Aufbau eines leistungsfähigen WLANs ein Kinderspiel ist.
Das dieses sehr oft nicht der Fall ist, zeigen viele Installationen zu denen wir gerufen werden, weil das WLAN mehr Ärger als Leistung bringt.

WLAN-Problem 1: Mangelnde Abdeckung

Für eine gute Leistung eines WLANs muss die Signalstärke des WLANs an den Clients (Laptops, Tablets, Smartphones tec.) ausreichend hoch sein. Je weiter die Signalstärke abnimmt, umso geringer ist der mögliche Datendurchsatz der Verbindung.

Dieses Problem ist eigentlich naheliegend und an Hand der Balken (Windows) oder Tortenstücke (Mac OSX) auch gut zu erkennen.
In solchen Fällen wurden einerseits oft die Auswirkungen von Wänden und Inneinrichtung unterschätzt und anderseits die Leistungsfähigkeit einfacher AccessPoints/WLAN-Router überschätzt.
Grade bei Consumer-Geräten geben die Hersteller gerne Leistunsgwerte an, die in der Realität kaum zu erreichen sind und verbauen zudem Funkmodule, die mit dem Leistungsvermögen professioneller Geräte nicht mithalten können.

Und als letztes können auch Wände oder Regale eine sehr starke Abschirmung bewirken, so dass der Client zwar nur wenige Meter vom Access Point entfernt steht, der Empfang aber nahe Null liegt.

Hier hilft nur die Messung der Signalstärke, z.B. mit dem Ekahau Heatmapper (Windows) oder dem Etwok NetSpot (Mac OSX). Beide Tools sind kostenlos und geben zumindest einen ersten Überblick über die Situation im eigenen WLAN.

Oder Sie rufen uns an und wir führen bei Ihnen eine professionelle Messung, einen sog. Site Survey durch. An dessen Ende erklären wir Ihnen nicht nur genau die hübsche bunte Karte der Messung, sondern machen Ihnen auch gleich einen Vorschlag, was Sie verbessern können.

WLAN-Problem 2: Interferenzen im eigenen WLAN

Dieses WLAN-Problem ist das genaue Gegenteil des ersten: Hier wurden zu viele AccessPoints zu nahe beieinander installiert.

Wenn man eine besonders gute Abdeckung haben möchte, werden oft Flächen mit möglichst vielen AccessPoints versorgt, damit alle Clients volle Empfansgstärke zeigen. Dieser Gedanke ist grundsätzlich in Ordnung, nur stören sich AccessPoints, die auf der gleichen Frequenz funken. Deshalb sind die Frequenzbereiche in sog. Kanäle unterteilt, die man im Access Point einstellen kann. Und häufig werden in einem WLAN alle Access Points auf den gleichen Kanal gestellt, denn “es ist ja ein Netz” und “die Clients sollen zwischen den Access Points wechseln können”.

Leider ist dieser Gedanke grundfalsch, führt zu Interferenzen und am Ende zu schlechter WLAN-Performance.
Richtig wäre eine möglichst breite Verteilung der Kanäle, da diese sonst auch überlappen können. Als einfacher Richtwert kann im 2,4 GHz WLAN die Verteilung der Kanäle 1, 6, 9 genommen werden, da diese sicher nicht überlappen.
Setzt man mehr als drei Access Points ein, sollte man sicherstellen, dass sich die Funkbereiche zweier Access Points mit identischem Kanal nicht überlappen.

Um bei Installationen mit mehr als drei Access Points im 2,4 GHz WLAN die Balance aus ausreichender Abdeckung und Vermeidung von Interferenzen zu halten, bedarf es einiger Erfahrung und am besten wieder einer professionellen Ausleuchtung mit einem Site Survey Tool. So lassen sich die Access Points an den optimalen Stellen platzieren und ggf. die Sendeleistung für eine optimale Performance anpassen.

WLAN-Problem 3: Interferenzen mit fremden Netzen

Analog zum WLAN-Problem 2 stören natürlich auch fremde WLANs, die den gleichen Kanal nutzen wie das eigene WLAN, die Leistung ganz erheblich. Zu Hause erlebt man das auch immer wieder, wenn die Kinder mit der modernen (2,4 GHz) Fernbedienung für das neue Auto, den Hubschrauber o.ä. hantieren.

Dieses WLAN-Problem tritt besonders häufig in städtischen Umgebungen auf, wo in Bürogebäuden mit vielen Mietern entsprechend viel WLANs aktiv sind.

Um hier einen Überblick zu bekommen hilft die kostenlose Version des inSSID. Sie zeigt alle WLANs im Umkreis übersichtlich an und unertstützt die Suche nach freien Kanälen.
Im 2,4 GHz Bereich ist es aber oft kaum noch möglich unbenutze Kanäle zu finden. Hier hilft dann nur noch ein Wechsel in das wenige genutzte 5 GHz Band, das inzwischen auch von den meisten Clients unterstützt wird.

Bei der Frage, welcher Access Point und welche Clients 5 GHz untersützen, stehen wir Ihnen gerne zur Seite, ebenso beraten wir Sie bei der Frage, welche Lösung für Ihre Clients und ev. Gäste die richtige ist.

WLAN-Problem 4: Zeitdiebe oder die falsche Gerechtigkeit

Dieses WLAN-Problem entsteht aus einer eigentlich guten Idee, die für Gerechtigkeit im WLAN sorgen sollte: Im Normallfall dürfen alle Clients reihum die gleiche Anzahl Pakete verschicken und empfangen, bevor der nächste Client an der Reihe ist. So sollte ein ausgewogenes Nutzungsverhalten erreicht werden.

Inzwischen führt diese Regel aber dazu, dass Clients mit einer schnellen Verbindung zum AccesPoints ihre Pakte in sehr kurzer Zeit verschicken, ein Client mit einer schlechten Verbindung dafür aber sehr lange braucht.
Das führt dazu, dass alle anderen Clients sehr lange warten müssen, bis sie wieder an der Reihe sind und die Gesamtperformance sinkt.

Häufig gibt es noch einen alten Client oder einen mit besonders schlechtem Empfang, der dann nur eine Datenrate von 1 MBit/s hat, während moderne Clients in der Regel mit 50-150MBit/s  arbeiten.
Das bedeutet, dass der langsame Clients bis zu 150x mehr Zeit bekommt, als die Schnellen.

Professionelle Access Points begenen diesem Problem mit einem Feature names “Airtime Fairness”. Hierbei wird das Prinzip umgedreht und alle Clients erhalten den gleichen Zeitanteil. In dieser Zeit können die Clients soviel senden und empfangen wie sie können und schnelle Clients übertragen entsprechend viele Daten. Dabei steigt der Gesamtdurchsatz des WLANs signifikant an und besonders schnelle Clients profitieren davon.

Können wir Sie beim WLAN in Ihrem Unternehmen unterstützen? Hier finden Sie unsere Leistungen dazu: WLAN in Bestform.